Wenn man ein Werk präsentiert, möchte
man gewöhnlich etwas über die Persönlichkeit
der Hauptfigur erzählen, aber wir wollen das nicht.
Wir glauben, dass es zu dieser charismatischen Person
vom heiligen Franziskus nichts hinzuzufügen gibt,
nichts, das unsere Herzen nicht schon wüssten.
Wir können nur betonen, dass dieses Werk einfach
die Geschichte eines grossen Mannes erzählt und
dass diese künstlerische Wahl beabsichtigt, ein
bisschen von Franziskus in jedem von uns lebendig zu
machen.
Franziskus, der vor allem ein Mann ist, ein aussergewöhnlicher
Mann, der mit seinem Beispiel alle veranlassen kann, über
ihr eigenes Leben nachzudenken.
Franziskus, der anregt über Themen nachzudenken,
die aktueller sind denn je: Frieden, Ökologie, Hoffnung
und Solidarität.
Franziskus, der sonnig ist, voller Leben, leidenschaftlich
wie irgendein beliebiger Mann; Opfer von Wut angesichts
der Ungerechtigkeiten und der sich überwältigen
lässt von der Verzagtheit, wenn er all das Leid
sieht; aber der, dank seines tiefen Glaubens immer überzeugt
ist, dass er die Welt verändern kann.
Und das hat er auch getan.
Franziskus, der das "Animalische" in sich
selbst kontrolliert, wählt die Strasse der Hoffnung
und des Mitgefühls.
Franziskus, der im selben Moment stark und schwach ist,
verliebt in das Leben und angewidert durch das Leiden;
Franziskus liebt die Natur in ihrer Gesamtheit - positiv
und negativ - und ist sich bewusst, dass er das Leben
auch im Schmerz und in der Bosheit sehen kann.
Franziskus, der durch einen tiefen Glauben mit Klara
verbunden ist, einem Glauben für die gleiche Lebensaufgabe,
welcher sie aufweckt und zur kompletten Kontemplation
des Lebens führt.
Franziskus, der sich seiner Aufgabe bewusst ist, der
aber menschlich bleibt in der Gemeinschaft mit seinen
Bruder-Freunden, wie es mit Bernardo geschehen ist.
All das wird durch die unvergleichlichen und tiefgründigen
Noten von Angelo Branduardi vermittelt, der sich einmal
mehr als eines der grössten Talente der italienischen
Musik erweist. Angelo vertont die Worte von Franziskus,
welche die ersten Texte der italienischen Literatur für
alle zugänglich machte, indem er einem Walzer von
Gefühlen Leben gibt und sie direkt in unsere Herzen
führt.
Die Musik vereint sich mit der prosaischen Literatur
des Lebens von Franziskus und wirft einen Blick auf die
menschliche und sehr aktuelle Seite eines edlen Geistes
im Kampf gegen die Härte, welche das Leben uns manchmal
zeigt.
Auf der Bühne sind die Schauspieler aufgerufen,
die schwierigste aller Rollen zu interpretieren: die
Menschlichkeit.
In einer Serie von Szenen, von einer Besetzung von Tänzern
vervollständigt, wird das Leben eines ungewöhnlichen
Mannes dargestellt, eines unvergänglichen Meisters,
eines Mythos, an welchem wir uns alle orientieren sollten.
So stellt sich dieses Werk auf drei Ebenen dar: Musik,
Rezitation und Tanz: ein Zusammenspiel von Künsten
für die natürlichste aller Botschaften, die
leider oft vergessen wird: die Liebe für die ganze
Menschheit.